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Landliebe Eisschokolade Sommerspecial: 50+

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zensierte Fetzen, digital, das harmloseste

start: 21.o1.o6

1o/33

+ + 1o.o6.o6. - 15:13 "elsa_an dich"

Weißt du, wie oft ich dir geschrieben habe? Ich wüsste es selbst nicht. Wie gerne würde ich dir meine Zeilen auch übergeben, aber ich habe Angst. Jedesmal wenn ich dir geschrieben habe, kommen kurz danach irgendwelche neuen Informationen, Stimmungsschwankungen, Erkenntnisse, Wahrheiten und wer weiß was noch, die mich verunsichern. Auf was genau soll ich mich beziehen? Ist das so richtig, wie ich es schreibe, oder schieße ich total am Thema vorbei? Gehe ich auch gründlich genug auf alles ein? Vergesse ich was, übersehe ich was?

Alle Versuche sammeln sich in einem Ordner. Für dich. *****


+ + 1o.o6.o6. - 14:55 "elsa_treiben"

Ich träume davon auf einer Badematratze im Wasser zu treiben. Über mir der grellblaue Himmel, kleine weiße Wölkchen und die erbahmungslose Sonne. Unter mir das tiefe, unbekannte Wasser. Vom Ufer her dringen dumpfe Stimmen wie Erinnerungen an mein Ohr. Ich liege gelähmt in völliger Entspannung auf dem Rücken und kann kaum meinen Hals strecken um um mich zu sehen. Leichte Wellen schlagen gegen meine Beine. Links und rechts. Ich schwebe und am Abend wird mich der Sonnenbrand quälen. Aber es hätte sich gelohnt.

+ + 27.o3.o6. - 12:30 "elsa_zurück"

Keinen Tag hielt dieses Gefühl an. Schon am Abend fühlte Elsa sich wieder ganz mies. Zwei Meinungen später, wohl gemerkt. Wohl eher Äußerungen, die sie nicht losließen. Aber sie rissen sie mit, zurück wo sie stand - vor einer Woche. Nichts konnte sie ablenken, auch die gesunde Wut der letzten Tage nicht. Elsa fühlte sich wieder ganz klein und hilflos, und verwirrt. Auch die Nacht half ihr nicht darüber hinweg, es regnete als sie sich an den Tisch setzte und anfing zu schreiben.

+ + 26.o3.o6. - 17:20 "elsa_Badewanne2"

Die weißen Wolken zogen langsam nach Norden. Elsa sah sie durch ihr Badfenster. Sie sah auch das himmlische Blau, dass sie wider und wider verdeckten. Und sie sah wie die Sonne, die dünnen kahlen Äste der Bäume beschien. Seine Stimme drang bleiern durch die alten Lautsprecher ihres Recorders. Er sang gerade wieder von Frauen, Drogen oder Vorbildern. Und weil er das so gut konnte, und sie ihm so gerne dabei zuhörte, spielte die CD schon seit Wochen fast ununterbrochen. 30 Minuten betrug ein Durchlauf, noch war sie beim Ersten. Nicht der Erste des Tages, nein ganz bestimmt nicht. Aber der Erste seitdem sie wieder hier im Bad war und die Tür hinter sich verriegelte. Das Wasser schlug geräuschvoll auf den Wannenboden. Von Rauschen konnte man bei diesem Wasserdruck leider nicht sprechen. Elsa starrte nun auf die blassgrünen Fliesen und fühlte sich ganz leicht. Sie dachte an die letzten Tage und freute sich endlich sauer sein zu können. Sie fühlte sich ganz frei dabei, die Schuld nicht mehr nur bei sich selbst zu suchen. Das tat sie nämlich bevorzugt. Sie fand es wichtig Verständnis zu haben, sogar wenn ihr die Situation gar nicht gefiel. Einen kurzen Schritt auf die andere Seite tat sie immer, um zu sehen worauf der Andere blickt. Vielleicht blieb sie deshalb so oft sprachlos. Sie war immer noch damit beschäftigt zu denken, verstehen und formulieren, wenn andere schon auf ihre Meinung warteten. Die Wut half ihr, sehr sogar. Die Meiste würde genauso schnell gehen, wie sie gekommen war. Einige würde helfen, Dinge neu zu bewerten und der Rest würde bleiben und prägen. Elsa sah auf ihre blasse Haut unter dem Wasser. Das Wasser war leicht grünlich, sie glaubte das käme von der Reflektion der Fliesen. Leichter Schaum schwamm an der Oberfläche und der Spiegel war beschlagen als sie in ihr Gesicht sehen wollte. Mit nassen Haaren gefiel sie sich nicht. Die Wärme nahm stetig zu. Sie schloss die Augen und konzentrierte sich auf das Geräusch des Wassers. Und auf Adam.

+ + 27.o3.o6. - 10:05 "elsa_ende2"

Elsa beendete ihr Buch mit einigen gehässigen Bemerkungen um Verletzung, Enttäuschung, Wut und Unverständnis einen Raum zu geben. Sie fühlte sich endlich frei. Hier würde keiner lesen was ihre gemeinsten Gedanken waren, die sie später vielleicht einmal bereuen müsste. Denn sie tat äußerst ungern anderen unrecht, egal wie sauer sie war. Die Gedanken, Gefühle und Handlungen anderer zu verstehen lag ihr immer sehr am Herzen. Doch diesmal ging es zu weit. Am Ende gab sie ihm noch ein paar Worte mit auf den Weg. Ungelesen, für immer. Elsa schloss ihr Buch mit einem guten Gefühl. Das war's also.

+ + 1o.o2.o6. - 17:30 "elsa_möglichkeiten"

Elsa zückte ihren Stift und schrieb: "Ich könnte...", wobei sie das Wort 'könnte' in Anführungszeichen schloss, da sie sich gar nicht sicher war ob sie wirklich 'könnte' wenn es darauf ankam. Dreimal schrieb sie es. Drei Möglichkeiten, die ihr einfielen - wobei die letzte so wage war dass sie nur dastand um vorzutäuschen sie hätte eine gewisse Anzahl an Optionen. Nur diese 2 sahen zu trostlos aus auf dem gelblichen Papier in ihrem Notizbuch. Beide 'könnten' funktionieren und keine wollte sie wirklich. Die vierte vergaß sie gleich ganz: der jetzige Zustand. Doch das war keine Endlösung, glaubte sie ohne daran zu glauben das es Endlösungen gab oder die anderen welche sein könnten. Elsa klappte ihr Buch zu. So kam sie nicht weiter.

+ + 1o.o2.o6. - 11:50 "elsa_wundern"

Elsa musste sich über sich selbst wundern. Lange hatte sie nichts geschrieben. Und nein, das stimmte nicht mal. Sie schrieb, seltener und anders als noch vor einer Woche. Damals versuchte sie den Druck in ihrem Kopf entgegenzuwirken - irgendwie abzulassen, damit er ihr nicht platzt. Heute versuchte sie nur die Gedanken festzuhalten, die sonst so schnell wegflogen. Sie schrieb nicht mehr geplant, auf ihrem Sofa oder in sein Buch. Jetzt war das andere Buch dran, wann immer es nötig war. Im Café, weil sie einen Mann sah, der sie erinnerte. Auf dem Bahnsteig, wenn sie wartete. Im Bad, weil ihre Augen schon wässrig wurden. Oder im Dunkel des Kinosaals, wo sie nicht mal sehen konnte was sie schrieb.

+ + o2.o2.o6 - 3:35 "elsa_entscheidungen"

...

Elsa steckte immer noch im Brunnen, sie war nur aufgestanden und hatte gen Öffnung geblickt. Das Stehen war so anstrengend. "Komm, lass uns wieder hinsetzen, Elsa!" Wann wirst du wissen was du willst? Weder Kim noch deine Träume können dich davor bewahren. Das sind alles nur Lügen die dir die Realität verschleiern.

+ + 25.o1.o6 - 11:13 "elsa_25.01"

...

Heute schien die Sonne nicht. Schade, denn sie würden gleich rausgehen. Elsa hatte gehofft endlich bei Sonnenschein die Wohnung verlassen zu können.

...

+ + 24.o1.o6 - 22:39 "elsa_woche"

Elsa saß wieder im Café. Die Uhr zeigte Viertel vor 10.
Sie saß auf der Fensterbank, mittig. Es schneite nicht und wenn sie ihren Kopf drehte konnte sie wieder die Fotos auf der gegenüberliegenden Wand sehen. Schwarz und weiß, sie glaubte es waren Stadtansichten.

...

Elsa sah aus dem Fenster, sie konnte den Schneesturm nicht vergessen.

...

Jedes Mal wenn jemand die Treppe hochkam blickte sie hoffnungsvoll hin. Wie dumm, wo doch niemand kommen würde. Traurig, weil niemand kommen würde.

Was war Sie? Elsa schloss die Augen und dachte nach.
Nichts, da war nichts. Sie spürte überhaupt nichts. Keine quälenden Gedanken, kein Übelkeitsgefühl, keine Schmerzen. Sie saß nur. Und mehr war da nicht. Komisch, aber auch nicht schlecht, oder?

...

Tränen rollten über ihr Gesicht, die ersten des Tages. Stumm weinte sie, wie immer. Stumm und unsichtbar, denn es war keiner da der sie sehen konnte. War das wie mit den Bäumen, die kein Geräusch erzeugten wenn sie unbeobachtet im Wald umfielen?

....

Noch mehr Tränen, Schmerzen wenn sie die Augen schloss, die Leere war vielfältig.


+ + 23.o1.o6 - 13:19 "elsa_tränen"

Elsa weinte jetzt jeden Tag.

Das ging schon eine Woche so, oder waren es sogar zwei?
Sie plante das nicht, aber irgendwann kamen ihr wieder genug Gedanken in den Sinn, dass sie nicht anders konnte.

Langsam fragte sie sich, ob es noch lohnte sich täglich zu schminken, wenn sie spätestens am Nachmittag wieder mit ihren verschmierten Augen kämpfen musste. Aber sie entschied sich für den Mascara, denn den brauchte sie jetzt am dringendsten. Sie war noch nie so versessen darauf sich aufwändig zu schminken und anzuziehen wie in den letzten Wochen. Wenn sie sich schon innerlich als hässlich empfand, wollte sie wenigstens äußerlich eine hübsche Erscheinung abgeben. Elsa verbrachte Stunden im Bad um sich gründlich zu reinigen, pflegen und anzumalen. Sie wollte hübscher sein als je zuvor, auch wenn sie wusste dass sie niemanden damit täuschen konnte. Wenn jemand unglücklich war, dann sah man das immer. Das wusste sie. Aber für einen ersten hübschen Eindruck tat sie nun alles. Was sie auch wusste war, dass es ihr gar nicht darum ging wenn sie sich stundenlang damit aufhielt. Sie war einfach froh sich für einige Stunden am Tag beschäftigen zu können. Der restliche Tag war die pure Langeweile gepaart mit Schmerzen. Sie hasste es.



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